15 Jul Pensionskasse: die häufigsten Irrtümer
Das umfassende Rentensystem in der Schweiz ist nicht leicht zu verstehen und daher werden häufig Fehler gemacht. Nachfolgend klären wir die drei wichtigsten Fehler.
Irrtum Nr. 1 – Je höher der Mindestzinssatz im obligatorischen Teil der betrieblichen Altersversorgung ist, desto höher sind die Zinsen für den Versicherten!
Je niedriger der Mindestzinssatz ist, desto höher ist in der Regel der Gesamtzins!
Warum? – Da ein Pensionsfonds sicherlich den Mindestzinssatz erreichen sollte, muss er das Geld so anlegen, dass dieses Mindestziel wahrscheinlich sehr sorgfältig erreicht wird. Ist der vorgeschriebene Mindestzinssatz niedriger, kann die Pensionskasse bei der Anlage etwas höhere Risiken eingehen – und in der Regel auch etwas höhere Renditen erzielen. Ein Vergleich mit den Pensionskassen im Fürstentum Liechtenstein macht dies deutlich: Im Fürstentum gibt es keine Mindestzinsanforderung – in den meisten Jahren ist der Gesamtzins der Pensionskassen deutlich höher als der der Schweizer Pensionskassen.
Irrtum Nr. 2 – Die Höhe des Umrechnungskurses wirkt sich nur auf die Rente der Personen aus, die jetzt in den Ruhestand gehen.
Der hohe Umwandlungssatz wirkt sich auch auf die Renten künftiger Rentner aus, d. H. Der heutigen jungen Generation – nämlich negativ!
Warum? – Denn wenn der Umrechnungskurs zu hoch ist, reicht das Geld der Rentner allein nicht aus, um die Rente zu finanzieren. Dies hat zur Folge, dass Geld zur Sicherung von Renten verwendet werden muss, die ansonsten Menschen zugute kommen würden, die sich heute noch im Arbeitsprozess befinden. Das Ergebnis: Am Ende ihres Berufslebens haben diese Personen weniger Kapital auf ihrem betrieblichen Rentenkonto – was bedeutet, dass sie auch weniger Rente erhalten. Kurzum: Auch die Renten zukünftiger Rentner werden beeinflusst!
Irrtum Nr. 3 – Ich kann auf meinem Pensionskassenausweis sehen, wie viel Rente ich eines Tages erhalten werde.
Auf der Pensionskassenkarte ist nur das „vorläufige Alterskapital“ zu sehen!
Warum? – Mark Twain soll gesagt haben: “Prognosen sind schwierig, insbesondere wenn sie die Zukunft betreffen.” Dies gilt natürlich auch für unsere Renten. Es kann sich noch zu viel ändern, bevor wir eines Tages in den Ruhestand gehen. Aus diesem Grund finden sich auf der Pensionskassenkarte “nur” Informationen zum sogenannten “vorläufigen Alterskapital”. Diese basieren auf den derzeit geltenden Umständen oder auf einer Einschätzung von Experten, wie viel “Interesse” in Zukunft zu erwarten ist. Diese Nummer wird auf der Pensionskassen-ID als „Projektionszins“ angezeigt. Es ist zu beachten, dass dies nicht für alle Pensionskassen gleich ist. Einige sehen ihn optimistischer, andere pessimistischer.